Hej, kleines Mädchen. Hey little Girl. (When everything goes wrong. Sometimes it makes no sense. There once was a time, I should have known better).

Was ist schlimmer, frage ich mich? Wenn Zeit vergeht, wenn man gestern vergisst oder wenn man Angst hat in Pfützen zu versinken? Pfützen voller Regen? Oder wenn man einfach etwas aufgibt. Um etwas neues zu beginnen? Eine helle Stimme singt. Ach, sie ist nicht in meinem Kopf. Es ist bloß MTV. MTVIVA haben mein Leben auf dem Gewissen. Gewissen hat schon lange keiner mehr. Left me confused? I will not be confused. Suffer well.

Nicht so schnell. 2002

Einmal, da wurden wir gerieten wir in eine Polizeikontrolle. Es muss im Jahr 2002 gewesen sein. Wir trieben uns an der Düsseldorfer Rennbahn herum. Die Sonne ging gerade unter, wir stiegen in den Wagen und waren nicht einmal 450 Meter gefahren, da tauchte sie aus dem Nichts auf. Die Polizeikontrolle. Ich warf mich mit den Drogen aus dem Wagen, während wir gebeten wurden auszusteigen. Wir standen da, geblendet von Scheinwerfern. Einer von uns musste mit auf die Wache. Während die Polizei den einen abführte, trommelten wir anderen nervös auf die Armaturen des zweiten Wagens, den Wagen des anderen Freundes. Wir hatten Sonnenbrillen auf, dabei war die Sonne längst unter gegangen. Kaum war der Wagen der Polizei hinterm Horizont verschwunden, rollte ich über das Gras der Gartenanlage, welche die Ausfahrtwege säumte. Die Lichter der Stadt waren grell. Ich fand alle Drogen im tiefen Gras wieder. Wir stopften sie in die Taschen und fuhren zur Polizei um den dritten aus unserem Bunde auszulösen. Danach ging der Höllenritt weiter. Noch in der selben Nacht blieb jemand von unseren Freunden in einem Aufzug stecken. Wir merkten es vier Stunden lang nicht. Dann kam erneut der Morgen. Can you hear the drums?

A lie is a lie. 2004

Einmal, da kam ich nach Hause. Gerade erst ware ich umgezogen. Es war zwei Sommer nach dem wir auf der Rennbahn die im Gras verstecken Drogen im Sonnenuntergang zusammen sammelten. Die Wohnung war groß, kalt und leer. Nichts war darin. Es war eine Leere Lüge auf 140 Quadratmetern. Ich kam hinein, die Wände waren rot. Rot wie blut. Der Wahnsinn war wirklich geworden. Mitten in der Küche stand die Waschmaschine meiner Großmutter. Ich hörte den Schlüssel in der Tür. Das Monster kam heim. Es war nicht allein. Zwei Nutten hatte er dabei. Erst vögelte er sie auf dem Sofa meiner Oma. Dann hämmerte er gegen die Tür des Zimmers in dem ich mich in Sicherheit gebracht hatte. Ich sprang aus dem Fenster. Tage später passten die Schlüssel zur Wohnung nicht mehr. Eine Woche später, alles war immer noch rot. Es sollte rot bleiben. Über Jahre. Broken Windows Broken Flowers Broken Dream. Step back in my head.

And you loved. 2006

Einmal träumte ich, Großmutter sei wieder bei uns. Ich stand in einem Raum. Ich konnte sie riechen, ich hörte sie atmen. Ich sprang an ihr hoch, ich berührte ihren wunderbaren, faltigen Hals. Sie roch so wunderbar. Ich sah auf mich selbst hinunter. Ich war sechs Jahre alt. Da stand ich, mit der Oma an der Hand. Rundherum der Kreis der Tanten und Onkels. Seht ihr sie denn nicht, ja seht ihr sie denn nicht?, rief ich in die Stille hinein. Ich spürte den Teppich meiner Großmutter unter meinen nackten Kinderfüßen. Niemand sah Großmutter. Ich wurde wach. Ich war 26. Ich lag in einem Bett eines Mannes von dem ich dachte er sei der richtige. Ich weinte den ganzen Tag. Am Abend kam ich vom einkaufen. Der Mann, in der fremden Wohnung, die nie ein zu Hause war, gab mir vier Plastiktüten mit meinen Sachen, 400 Euro. Er setzte mich an einer Straßenecke ab und verschwand in der Toskana. Danach wanderte ich durch die zweite Spur des Jetzt, besoff mich auf Düsseldorfer Straßenfesten mit Mochitos. Am Ende kaufte ich eine Paul Young Platte, wegen des Liedes „Please come back and stay“. Ich nahm den ICE und vergas die Platte auf der Hutablage. Dann kam Wochenlang nur nichts. The light burned my eyes.

When I wasn’t there. 2008

Take me down. Es war Januar. Draußen, grau in grau. Kein Boden mehr unter den Füßen. Lost in Disko. Wie viele andere, aber ich konnte es nicht mehr verdrängen. Ich sah einen Film über Island. Die Farben machten mir den Gar aus. Ich weinte drei, vier Stunden. Ich vegetierte tagelang in meiner Wohnung. I didn’t answer the phone. Ich sah nicht mal mehr den Mond des Nachts. Es war nur noch dunkel. Weinen wegen der Farben von Island. Ich wusste, jetzt reicht es. Ich wusste, so kann ich nicht alt werden. Ich kann nicht mit 30 oder so in der dunklen Nacht stehen und darauf waren, von der Diskokugel erschlagen zu werden. Scheiße. Ich will ein Haus im Grünen. Zum Finale absolvierte ich ein hysterisches Karneval, drei Tage lang. Blood on a tissue on a train. Sun goes down. Temperature drops. Beautiful Burnout. Am Ende wusste ich, das ist es gewesen. Erst hat es nicht weh getan. Es tat erst weh, als ich nicht mehr da war. Während ich nicht da war, hinterließ ich ein Bild von mir, das ich selber nie gesehen habe. Und das war das wirkliche Ende. Die Einsicht: Niemand war mehr da. Keiner mehr. Sie waren nie wirklich da. Wir waren wie Spiegelbilder, die miteinander in dunklen Löchern die Nächte und deren Tage totschlagen wollten. Weil wir uns selber am Tage nicht ertragen konnten. Weil wir wirklich schlechte Schauspieler waren. Sind. The talk is all over town. When everything goes wrong, it does not make sense. Im Dunkeln sah man das nicht so gut. Am Ende ist man immer nur noch mit sich selber. All I can see is Doris Day. Disappearing. And the light burns my eyes.Es ist alls wirklich gewesen. It was no dreaming. You see nothing. You’ll pass this on, won’t you?


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